Parasit und Krankheit

Morphologie

Die Cheyletiella-Milbe hat acht lange Beine. An den Enden der Pedipalpen befinden sich mächtige "Klauen". Der Körper ist dorsoventral abgeplattet und in Aufsicht sechseckig. Die adulte Milbe und beide Nymphen haben 4 Beinpaare. Die Larve hat 3 Beinpaare.

Die Eier sind länglich oval, glattschalig und asymmetrisch.

Größen

  • Weibchen 350–540 x 230–340 µm
  • Männchen 270–360 x 170–250 µm
  • Nymphe 350–400 x 250–270 µm
  • Ei 180–210 x 80–110 µm

Da die Differenzierung der Cheyletiella-Arten schwierig ist, wenden Sie sich hierzu an ein Spezialinstitut. Dies kann z.B. nötig sein, um die Ansteckungsquelle bei rezidivierender oder therapieresistenter Cheyletiellose festzustellen.

Entwicklungszyklus

Das Weibchen spinnt die Eier in ein kokonartiges Fadengeflecht ein und befestigt sie an der Basis eines Wirtshaares.

Die Larve schlüpft aus dem Ei und häutet sich nach einigen Tagen zur Nymphe. Aus der Nymphe 1 entsteht das Männchen oder die Nymphe 2, aus der sich das Weibchen entwickelt. Der gesamte Entwicklungszyklus läuft innerhalb von 14-35 Tage auf dem Wirt ab.

Verbreitung

Cheyletiellose ist hochansteckend. Die Übertragung erfolgt durch Kontakt mit Trägertieren, aber auch über Pflegegeräte wie Bürsten oder Kämme.

Die Milbe kann 18-21 Tage ohne Wirt überleben.

Cheyletiella yasguri bevorzugt den Hund als Wirt. Es ist aber auch möglich, dass andere Tierarten und der Mensch befallen werden.

Krankheitssymptomatik

Die Cheyletiella-Milbe lebt auf der Hautoberfläche und im Haarkleid. Sie hält sich mit den klauenartigen Enden ihrer Pedipalpen fest. Als Nahrung dienen ihr Hautprodukten und Gewebsflüssigkeit. Um an letztere zu gelangen sticht sie die Haut des Wirtes an.

Es gibt drei mögliche klinische Bilder der Cheyletiellose:

  • symptomlose Träger (häufig bei älteren Tieren),
  • vermehrte Schuppenbildung,
  • räudeähnliches Aussehen (besonders bei Jungtieren)

Bei den Fällen, in denen Symptome auftreten, kann häufig eine hochgradige Schuppenbildung, oft mit Pruritus beobachtet werden. Diese tritt vor allem im Bereich der Kruppe, des Rückens und des Kopfes auf, wobei oft auch die Ohrmuscheln betroffen sind. Besonders Jungtiere zeigen massive Hautveränderungen.

Die Haut ist borkig-schuppig, das Haarkleid ölig. Bei lang andauernden Infektionen tritt aufgrund von allergischen Reaktionen Alopezie auf.

Häufig ist eine Verstärkung des Juckreizes nachts und in warmer Umgebung zu beobachten. Wegen ihres Aussehens bezeichnet man Cheyletiella-Milben auch als "wandelnde Schuppen" (walking dandruffs).

Diagnostik

Kämmen Sie das Tier auf möglichst mit einem Flohkamm und betrachten Sie die ausgekämmten Haare und Schuppen unter dem Mikroskop. Fast immer ist diese Methode ausreichend.

Alternativ können Sie es auch mit einem Trichogramm versuchen.

Gute Erfolge haben Sie auch, wenn Sie einen Klebestreifen entgegen der Haarwuchsrichtung durch das Fell streifen. Anschließend untersuchen Sie das am Klebestreifen haftende Material unter dem Mikroskop auf Milben.

Weiterhin können Sie ein oberflächliches Hautgeschabsel entnehmen und dieses mikroskopieren.

Die Milben sind mit diesen Methoden meist in großer Zahl zu finden. Bereits mit Hilfe einer starker Lupe sind sie am Tier nachweisbar.

Häufig wird auf Nachfragen berichtet, dass die Besitzer an Brust und Armen oder auch am Bauch juckende Papeln, Bläschen oder Pusteln haben, die von alleine verschwinden um dann erneut aufzutreten.

Differentialdiagnose

Otodectesmilben-, Flohbefall, Dermatophytose, idiopathische Seborrhoe, endokrine Imbalanz, Flohallergie, oberflächliche Pyodermie

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