Die Braune Hundezecke hat dorsal einen Schild, der beim Weibchen, Nymphe und Larve nur den vorderen Teil des Rückens bedeckt, beim Männchen den ganzen Rücken.
Das Weibchen ist 2,5 mm x 1,5 mm groß, vollgesogen etwa 11x 7 mm. Der Körper ist längsoval und dunkelbraun.
Das Männchen ist ca. 3 mm x 2 mm groß und saugt Blut. Der Körper ist birnenförmig und rotbraun die Beine sind gelbbraun.
Alle anderen Entwicklungsstadien sind ebenfalls braun.
Die Braune Hundezecke kommt in warmen Ländern (Mittelmeerraum) vor und kann sich aufgrund des kälteren Klimas in Deutschland nur in Haushalten vermehren.
Der Entwicklungszyklus ist dreiwirtig, wobei alle Stadien den Hund bevorzugen. Die Eier sind 0,5mm groß und rundlich. Sie werden als Pakete abgelegt.
Nach 20-43 Tagen schlüpft die sechsbeinige Larve. Sie bleibt dann noch 1-3 Wochen in der Umgebung des Eihaufens, bis ihre Kutikula hart und pigmentiert ist, dann befällt sie ein Wirtstier. Die Blutaufnahme dauert 3 Tage, dann fällt die vollgesogene Larve ab und häutet sich nach 5-7 Wochen zur achtbeinigen Nymphe .
Die etwa 1 mm große Nymphe saugt für 3-5 Tage am Wirt. Dann fällt sie ab und häutet sich nach 3-5 Wochen zum Imago .
Die erwachsene weibliche Zecke saugt für 1 Woche. Dabei findet in der Regel die Begattung statt. Wenn das Weibchen vollgesogen ist, lässt es sich fallen und legt innerhalb von 4-20 Tagen (je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit) 2000-5000 Eier in passender Brutstätte. Dies geschieht oft im Lager des Hundes. Danach stirbt es.
Die Zeckenstadien sitzen überall in der Wohnung oder dem Gebäude, in dem sich der Hund aufhält. Sie wandern auf den Hund, in dessen Haut sie dann ihre relativ kurzen Mundwerkzeuge verankern. Das Weibchen saugt 1-2 Wochen lang, im Durchschnitt 0,55 ml Blut. Die Nymphe saugt 0,024 ml Blut. Bei Massenbefall kommt es daher zu einem relativ hohen Blutverlust!
Rhipicephalus sanguineus ist sehr wirtsspezifisch, befällt vor allem Hunde, gelegentlich auch Menschen.
An Hunden sind vor allem adulte Zecken, aber auch Nymphen u. Larven zu finden. Die Prädilektionsstellen sind Schenkel-, Ellbogenfalte und Unterbauch. Larven und Nymphen bevorzugen Ohrränder, Ohrmuscheln, Augenlider, Schnauze und Zwischenzehenspalt, wo die Haut dünner ist. Braune Hundezecken schmarotzen in großer Anzahl, daher sind Belästigung und Blutverlust größer als bei Ixodes ricinus. Auch in der Umgebung des Tieres findet man zahlreiche Zecken.
Lokale Reaktion wie Papeln, Erytheme , Ödeme und daraus resultierender Juckreiz sind möglich. Bei Massenbefall kann es zur Anämie kommen.
Bei genauer Adspektion und Palpation der Hautoberfläche sind die Parasiten mit bloßem Auge erkennbar. Scheiteln Sie langes Fell zur Untersuchung. Zecken kann man auch als kleine Erhebungen ertasten.
Typisch ist der Vorbericht "Auslandsaufenthalt". Oft beschreibt der Tierbesitzer, dass massenhaft Zecken innerhalb des Gebäudes vorkommen, in dem sich der Hund aufhält, auch in den Wintermonaten.
Bei Verdacht auf Rhipicephalus sanguineus sollte eine Artbestimmung erfolgen.
Befall mit anderen Zeckenarten, Warzen, Lausbefall.